Goodbye Club-DJing! Und was nun?

Vor wenigen Wochen habe ich meinen Abschied von der I am HipHop-Party verkündet. Die Frage nach dem Warum beantworte ich in diesem Blog-Beitrag.

Foto: Kevin Münkel

Foto: Kevin Münkel

Es ist selten so, dass der DJ einer gut laufenden Party von sich aus aufhört. Ich meine, warum sollte man eine Party verlassen, die man selbst aufgebaut hat und regelmäßig Gästezahlen von bis zu 1.000 Gästen erreicht. Die Entscheidung ist aber von größerer Tragweite und geht über das Projekt "I am HipHop" hinaus. Es geht vielmehr um die Frage, was ich in Zukunft machen möchte und ob ich überhaupt noch in Clubs auflegen will.

Was hat sich geändert?

Ich bin mittlerweile seit exakt 9 Jahren in Clubs aktiv und habe in der Regel über 50 Auftritte pro Jahr gespielt, also im Schnitt jede Woche einen Auftritt. Seit letztem Jahr sind vermehrt Hochzeiten und Firmenfeiern dazugekommen und der Kompromiss für dieses Jahr lautete: freitags: Clubs - samstags: Hochzeiten/Events.

Im Laufe des Jahres ist klar geworden, dass es sehr schwer ist, beides gut und sinnvoll zu kombinieren. Einerseits natürlich in der öffentlichen Wahrnehmung. ("Legst du auch auf Hochzeiten auf?") Andererseits körperlich, denn die Partys an Freitagen gehen oft bis 6 Uhr. Die Events an Samstagen starten in der Regel nachmittags, meistens noch mit einer längeren Anfahrt verbunden, sodass nur wenig Schlaf bleibt. Auf lange Sicht kann man das nicht durchhalten, also musste nach diesem Jahr eine Entscheidung her...

Clubs oder Hochzeiten?

Aus einer rein wirtschaftlichen Sichtweise ist die Entscheidung klar. Hochzeiten sind in meinem Fall definitiv lukrativer als Club-Gigs, wobei sich der Aufwand mit Vorbereitung, Fahrt etc. für Club (10h) und Hochzeit (20h) stark unterscheidet. Das war aber auch schon in dem Jahr davor nicht anders und trotzdem habe ich mit Leidenschaft in der Faust aufgelegt, weil der Spaß-Faktor einfach sehr hoch war. Finanzen sind also nicht der Hauptgrund für meine Entscheidung.

Es ist definitiv eine emotionale Entscheidung, denn ich verbinde mit der Faust viele gute Erfahrungen und sehr positive Emotionen. Ich erinnere mich gerne an die Moshpits und das Rumgehüpfe auf der Bühne und an alle Menschen, die ich dort kennen gelernt habe. Im Laufe des Jahres habe ich jedoch gemerkt: durch die Regelmäßigkeit der Partys ist eine gewisse Routine eingetreten, die wie Gift auf meine Kreativität und Leidenschaft wirkt. Außerdem habe ich schon seit mehreren Monaten das Gefühl, dass sich die Party nicht weiterentwickelt und neue Impulse braucht. Ich werde das Gefühl nicht los, mit der I am HipHop angekommen zu sein.

Ist das bei Hochzeiten anders?

Ja! Durch die wechselnden Locations mit unterschiedlichen Gästen hat man zwangsläufig mehr Abwechslung. Jede Hochzeit ist einzigartig und gibt mir einen gewissen Kick. Es macht mir mittlerweile mehr Spaß, mich musikalisch auszutoben und querbeet in alle Richtungen zu spielen. Hinzu kommt, dass das Publikum zu einem großen Teil in meinem Alter und unglaublich dankbar ist. Das gibt mir immer wieder das Gefühl, etwas zu bewegen und gebraucht zu werden.

Warum mir Clubs nicht fehlen werden?

Mitte des Jahres habe ich mit "Lituation 3000" meine erste komplett eigene Partyreihe gestartet. Dabei steht für mich der künstlerische Aspekt an erster Stelle. Das Konzept wird immer wieder leicht angepasst und es findet eine konstante Weiterentwicklung statt. Durch die unregelmäßigen Partys verspüre ich mehr Flexibilität und auch die Rotation der Locations trägt zur Abwechslung bei. Es macht einfach Spaß, in diesem kleinen Rahmen für Kenner aufzulegen.

Foto: Kevin Münkel

Foto: Kevin Münkel

Was steht im nächsten Jahr an?

Der erste Schritt ist getan. Ich habe endlich eine neue Homepage. Und vielleicht werde ich jetzt zum Blogger? :D Nach Silvester werde ich erstmal eine "kreative Pause" einlegen. Für das kommende Jahr ist die Strategie jedoch klar: der Fokus liegt auf Events und Hochzeiten! Ab und zu werde ich dennoch gute Partys schmeißen. Zum Beispiel Lituation 3000 | #4 am 22.12.2017 im Mephisto! ;)

 

Maksim SapiroComment